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Dipl.-Ing. Georg Nau
Universität Duisburg-Essen
Zusammenfassung Diplomarbeit
Die stetig steigenden Anforderungen an Verbrauch, Abgas, Sicherheit, Zuverlässigkeit und
Komfort bei modernen Fahrzeugmotoren führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser
Systeme und erfordert neue Steuer- und Regelungsstrategien. Eine entscheidende strukturelle
Maßnahme zur Handhabung dieser Forderungen wird heute in modernen, zukunftsfähigen
Motorsteuerungen durch die zentrale Koordinierung der Momentanforderung an den Motor
realisiert. Dabei wird das vom Fahrer mit dem Gaspedal vorgegebene Wunschmoment mit
weiteren Momentforderungen, u.a. des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP), der
Antischlupfregelung (ASR) und externer Aggregate, wie z.B. der Klimaanlage, kombiniert. Als
Zielsetzung der Regelung kann die maximale Performance dann durch möglichst exakte
Folgung des vorgegebenen Momentes in allen Betriebsbereichen des Motors realisiert werden.
Der Stand der Technik ist durch den Einsatz von klassischen Regelungsverfahren, die insbesondere
vorhandene Nichtlinearitäten des Systems außer Acht lassen und den Einsatz einfacher
Vorsteuerungen gekennzeichnet. Als Schwachpunkt dieser Lösung tritt insbesondere die
Vernachlässigung der Nichtlinearitäten bei der Reglerimplementierung in Erscheinung,
wodurch eine gleich bleibende Performance der Regelung in allen Betriebsbereichen des
Motors nicht möglich ist.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die vorhandene lineare Regelung durch einen nichtlinearen
Ansatz zu ersetzen und damit eine über den Arbeitsbereich des Motors bessere
Regelungsperformance zu realisieren. Dazu wurde der in der Literatur bekannte Ansatz der
Sliding-Mode Regelung so erweitert, dass er sich für den Einsatz in der Momentenregelung für
einen großen Arbeitsbereich des Motors eignet. In diesem Zusammenhang wurde die
Integration der im Motor vorhandenen und von der Drehzahl abhängigen Totzeiten in den
Entwurf eines Sliding-Mode Reglers als besondere Herausforderung gemeistert. Dies ist insbesondere
erwähnenswert, da die Berücksichtigung von Totzeiten in der vorhandenen Theorie
zur Sliding-Mode Regelung nur unzureichend behandelt wird. Die Arbeit stellt einige Ansätze
für eine Einbeziehung der Totzeiten vor und zeigt das Verbesserungspotential im Vergleich zu
bisherigen Sliding-Mode Methoden auf. Im weiteren Verlauf beschäftigt sich die Arbeit auch mit
der zeitdiskreten Realisierung eines Sliding-Mode Reglers als Grundvoraussetzung für einen
praktischen Einsatz. Dabei werden die noch relativ neuen Ansätze zur Sliding-Mode Regelung
in abgetasteten Systemen untersucht und im Kontext der Arbeit bewertet. Im Ausblick der
Arbeit werden zukünftige Entwicklungsschritte diskutiert und weiteres Entwicklungspotential
aufgezeigt. Diese Arbeit bildet zurzeit die Grundlage für weitere wiss. Untersuchungen und
stellt somit einen wichtigen Beitrag für zukünftige Entwicklungen bei der IAV GmbH dar.
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