|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Dipl.-Ing. Ralf Sauermann
Technische Universität Dresden
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. habil. Dipl.-Math. Klaus Röbenack
Stand der Technik
Im Automobil werden durch die zunehmende Elektrifizierung immer mehr Regler benötigt und
eingesetzt. Zum Einsatz kommen dabei für gewöhnlich lineare Standard-Regler. Aufgrund
verschiedener teils stark nichtlinearer Effekte – wie z.B. Hysterese – ist deren Anwendbarkeit
allerdings begrenzt. Die klassischen Reglerbedatungsverfahren wie Ziegler/Nichols sind nicht
anwendbar und auch im Rahmen der modellbasierten Verfahren existiert keine „Standardmethodik” für
hysteresebehaftete Systeme. In der Praxis muss nun ein Kompromiss zwischen einem leicht
schwingfähigem und einem sehr langsamen Regler gefunden werden. Für eine Verbesserung der
Regelgüte wäre daher ein nichtlinearer Regler notwendig, wobei sich dabei neben der Bedatung auch
das Problem der Strukturfestlegung ergibt.
Inhalt der Arbeit
Es wird ein umfassender Überblick zu den verschiedenen Möglichkeiten der Hysteresemodellierung
vermittelt. Anschließend wird, basierend auf einem generischen Hysterese-Modell (dem klassischen
Preisach-Modell), ein Korrekturalgorithmus entwickelt, welcher den Hysterese-Effekt kompensiert.
Erprobt wurde der Ansatz am Beispiel der Ladedruckregelung eines zweistufig aufgeladenen
Dieselmotors. Dabei zeichnen sich besonders die Turbinen-Bypassklappen durch starke Hysterese
aus.
Nutzwert
Das klassische Preisach-Modell stellt einen Black-Box-Ansatz dar, welcher keine Vorkenntnisse über
die zu modellierende Strecke voraussetzt. Die Modellidentifikation ist am Prüfstand durchführbar und
nach einfacher Transformationergibt sich das inverse Modell, mit dem eine globale und exakte
Hysteresekompensation möglich ist. Durch die vollständige Automatisierbarkeit von
Messdatenerfassung und Modellbildung ist kein tieferes Fachwissen des Applikations-Ingenieurs über
den verwendeten Modellansatz notwendig ist. Somit ist das Fehlerpotential durch Fehlbedienung
minimiert. Des Weiteren ist der Algorithmus echtzeitfähig, so dass er auf einem Mikrocontroller (z.B.
dem Motorsteuergerät) implementiert werden und zur online-Hysteresekompensation verwendet
werden kann. In Kombination mit dem Korrekturalgorithmus ergibt sich nun lineares
Streckenverhalten, so dass einfach zu kalibrierende Standardregler eingesetzt werden können. Die
Regelgüte der in der Arbeit betrachteten Ladedruckregelung konnte entscheidend verbessert werden.
Des Weiteren ergibt sich durch die schnellere und exakte Einregelung des Ladedrucksollwertes ein
Emissionsreduktionspotential.
< zurück
|
 |
 |
 |
 |
|