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Dr. Michael Ertl
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Reinhard Lerch
Zusammenfassung der Dissertation
Im automotiven Bereich werden an Aktorsysteme äußerst strikte Spezifikationen im Hinblick auf
Zuverlässigkeit und Lebensdauer bei gleichzeitig verstärktem Preisdruck gefordert. So verlangen
moderne schnellwirkende elektromagnetische Schaltventile für die Hochdruck-Direkteinspritzung bei
Ottomotoren weitere Verbesserungen der Schaltgeschwindigkeit und der Reproduzierbarkeit des
Schaltverhaltens. Die Entwicklung geht hin zu gewichtsreduzierten Konstruktionen in Kombination mit
komplexen Ansteuerungskonzepten, die jedoch zunehmend Strukturschwingungs- und Schallabstrahlungsprobleme
verursachen.
Der innovative Ansatz der Arbeit liegt in der Implementierung eines numerisches Berechnungsverfahrens,
das erstmals in der Lage ist, die Dynamik schnellwirkender elektromagnetischer
Einspritzventile auf Basis der Finite-Elemente-Methode mit hoher Genauigkeit nachzubilden. Die
Simulation der Ventildynamik erweist sich hierbei als hochgradig nichtlinear. So muß neben der
nichtlinearen Magnetik, der induzierten Wirbelstromverteilung auch das komplexe Prellverhalten beim
Schalten des Ventils unter hohen Schaltgeschwindigkeiten und -kräften berücksichtigt werden.
Betrachtet man die Bedeutung für die Wissenschaft, wurde in der Arbeit die Grundlage für die genaue
Berechnung der Dynamik schnellwirkender elektromagnetischer Schaltaktoren geschaffen. Die gute
übereinstimmung zwischen gemessenen und berechneten Werten verdeutlicht die Notwendigkeit, alle
beteiligten physikalischen Felder, ihre wechselseitigen Kopplungen sowie die wesentlichen
dynamischen und nichtlinearen Effekte zu berücksichtigen.
Hinsichtlich der industriellen Anwendbarkeit bietet das vorgestellte Verfahren die Möglichkeit der
effizienten Entwicklung und der zeitoptimalen Ansteuerung elektromagnetischer Schaltaktoren. Die
Optimierung der Schaltdynamik ist nun bei einer sehr geringen Anzahl an tatsächlich aufgebauten
Prototypen möglich, wodurch die Entwicklungszeiten und -kosten stark reduziert werden können. Dabei
wird deutlich, daß die robusten und kostengünstigen elektromagnetische Schaltventile gegenüber den
hochdynamischen, jedoch wesentlich teuren piezoelektrischen Schaltaktoren in vielen automotiven
Anwendungen hinsichtlich Schaltgeschwindigkeit konkurrenzfähig sind.
Der Nutzen dieser Arbeit für die Umwelt liegt vor allem in der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, der
aus der erhöhten Dosiergenauigkeit optimierter elektromagnetischer Einspritzventile resultiert. Die
erreichte höhere Schaltdynamik führt über die genauere Kraftstoffzumessung und optimierten
Verbrennungsverlauf zu einer Verminderung der Schadstoffentstehung. Das reduzierte Prellverhalten
beim Schalten der Einspritzventile trägt letztlich zu einer reduzierten Schallabstrahlung bei.
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