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Stefan Schneider
Zusammenfassung
Mit zunehmendem Einsatz von Fahrerassistenten wie ABS, ESP und ASR sowie der Verwendung einer Vielzahl von aktiven
Sicherheitssystemen wie Airbags und Rückhaltesystemen in den heutigen Kraftfahrzeugen, wird eine genaue
Information über den Fahrzustand von immer größerer Bedeutung. Eine sichere Funktion der zuvor genannten
Systeme und ein Schutz vor fehlerhaften Eingriffen der Systeme in den Fahrbetrieb kann nur durch eine ständige
Überwachung der notwendigen Sensoren gewährleistet werden. Ein wichtiger Teil der Sensorik ist die
Querdynamiksensorik. Eine Überwachung dieser Sensoren ist von besonderer Bedeutung, da die Sensordaten
für aktive Fahrdynamik Regelsysteme (z. B. ESP) verwendet werden.
In der vorliegenden Diplomarbeit ist die prinzipielle Eignung der modellgestützten Fehlerentdeckung für
die Querdynamiksensorik untersucht worden. Zum einen ist die Fehlererkennung mittels Beobachterverfahren und zum
anderen die Fehlererkennung mittels Paritätsraumverfahren untersucht worden. Das wesentliche Problem bei der
Umsetzung dieser Verfahren ist die Geschwindigkeitsabhängigkeit des Fahrzeugmodells.
Für den Einsatz beider Verfahren wird ein zeitinvariantes Modell des zu überwachenden Systems vorausgesetzt.
Dies ist jedoch durch die zeitvariante Geschwindigkeit nicht erfüllt. Eine Schätzung der Geschwindigkeit wird
jedoch mit ausreichender Genauigkeit durch vorhandene Systeme zur Verfügung gestellt. So ist es durch eine
Modifikation des Fahrzeugmodells möglich den geschwindigkeitsabhängigen Anteil im Entwurf und bei der
Realisierung der Überwachung zu berücksichtigen.
Es hat sich gezeigt, dass die mit Hilfe dieses Modells generierten Residuen im fehlerfreien Fall annähernd Null
sind, im Fall eines Sensorfehlers deutlich von Null abweichen und so eine Fehlerentdeckung ermöglichen. Der
Entwurf hat sich bei dem Paritätsraumverfahren als einfacher zu handhaben erwiesen, bei der Umsetzung der
Ergebnisse für die Anwendung im Fahrzeug bietet jedoch das Beobachterverfahren Vorteile. Das
Paritätsraumverfahren hat in Abhängigkeit von der Ordnung des Entwurfs einen hohen Speicherbedarf,
da dieses Verfahren gespeicherte Werte der Messgrößen für die Berechnungen verwendet. Innerhalb des
Fahrzeugs stehen jedoch nur begrenzte Ressourcen für die Umsetzung der Fehlererkennung zur Verfügung.
Die Anforderungen an eine Fehlererkennung durch die ESP werden sowohl durch das vorgestellte Beobachterverfahren,
als auch durch das Paritätsraumverfahren erfüllt. Beide Verfahren bieten neben der Erkennung von Fehlern
auch die Möglichkeit einer Isolation des Fehlerortes.
In der Folge dieser Diplomarbeit sind zwei Veröffentlichungen mit Inhalten der Diplomarbeit und weiteren
Ideen zur praktischen Umsetzung der Ergebnisse dieser Arbeit entstanden. Ein Beitrag ist für die International
Conference on Advances in Vehicle Control and Safety zugelassen und ein weiterer Beitrag zu diesem Thema ist
für die Zeitschrift automatisierungstechnische Praxis (atp) eingereicht worden.
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