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Maren Finck
Zusamenfassung der Diplomarbeit
Mit zunehmender Entwicklungserfahrung im Automobilbau sinken die Zahlen der durch
Verkehrsunfälle getöteten Personen kontinuierlich. Das ist ganz eindeutig ein Effekt der vor allem auf
den Schutz von Insassen hin optimierten Fahrzeugkonzepte. Davon profitieren jedoch keine
Verkehrsteilnehmer, die sich außerhalb des Fahrzeuges befinden, wie Fußgänger oder Radfahrer. Um
auch das Verletzungsrisiko für diese ungeschützten Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, wurde im Jahr
2005 die erste Stufe der Europäischen Richtlinie zum Fußgängerschutz (2003/102/EG) eingeführt.
Diese Richtlinie enthält ein Testverfahren, das alle Fahrzeuge, die nach Juli 2005 für den
europäischen Markt zugelassen werden sollen, bestehen müssen.
Um die Entwicklungskosten der Neufahrzeuge dabei möglichst gering zu halten, wird die Simulation
als Werkzeug zur Designoptimierung genutzt. Der Einsatz von Menschmodellen in der Simulation
erlaubt es, Verletzungspotentiale sowie Aufprallpositionen und Aufprallgeschwindigkeiten zu ermitteln,
bevor die gesetzlich vorgeschriebenen Tests mit Ersatzprüfkörpern am realen Fahrzeug durchgeführt
werden.
Wenn nun der Einfluss einer fahrzeugseitigen Fußgängerschutzmaßnahme auf die Kinematik des
Fußgängers während seiner Kollision mit einem PKW untersucht werden soll, steht es außer Frage,
dass das dafür verwendete Fußgängermodell sich auch wie ein realer Fußgänger verhalten sollte. Bei
dem im Auftrag des VDA entwickelten Mehrkörper-Fußgängermodells wurde vor allem auf die
Entwicklung der Beine viel Aufmerksamkeit verwendet, um die Anprallkinematik an der Fahrzeugfront
realistisch abzubilden. Während der Validierung fiel jedoch bei einigen Lastfällen auf, dass das
Becken nach dem Aufprall zu früh von der Fronthaube abhebt und sich die Kinematik während des
Unfalls in der Simulation deutlich von der eines Menschen unterscheidet.
In dieser Arbeit wurde nun untersucht, wie eine anatomisch korrekte Schultermodellierung die
Kinematik des Simulationsmodelles verbessern würde. Die Starrkörperstruktur des Fußgängermodells
wurde dazu so verändert, dass eine physiologische Gelenkkette resultierte. Dazu wurde das
Schlüsselbein in seine natürliche Lage verlegt und die kinematische Kette derart modifiziert, dass das
Schlüsselbein nun, wie auch in der Realität, am Brustbein angebunden ist. Des Weiteren wurde ein
fehlender Rotationsfreiheitsgrad im Schultergelenk ergänzt und die Bewegungsumfänge wurden der
menschlichen Physiologie angepasst. Auf diese Weise wurde eine Schulter modelliert, die ein
menschliches Bewegungsverhalten hat.
Das neue Modell führt im Vergleich beider Modelle dazu, dass während der Fußgänger-Fahrzeug-
Kollision nun eine Kinematik erzeugt wird, die ab dem Zeitpunkt des Hüftaufpralls realistischer die
menschliche Kinematik widerspiegelt. Dies wurde durch den Vergleich mit Validationsversuchen
bestätigt.
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