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Steffen Mutschler
Zusammenfassung
Einleitung
Das Quietschen von Fahrzeugbremsen ist eine Problematik, die sich durch rein konstruktive Maßnahmen an der
Bremse bisher nicht beheben lässt. Das Interesse an einer geräuschlosen Bremse ist jedoch sowohl von
Seiten der Automobilindustrie, als auch von Kundenseite, sehr hoch. Die geräuschlose Bremse erhöht den
qualitativen Wert des Fahrzeugs und gibt dem Fahrer das Gefühl von Zuverlässigkeit und Sicherheit.
Ferner wird die Umwelt entlastet, indem eine unangenehme Geräuschquelle des Verkehrs eliminiert wird.
Problemdarstellung
Beim Bremsenquietschen handelt es sich um eine hochfrequente Schwingung im Bereich zwischen 1,5 und 2,5 kHz. Diese
Schwingung entsteht durch einen Slip-Stick-Effekt im Kontakt Bremsbelag-Bremsscheibe. Eine Schwingung, deren Ursache
sich nicht beseitigen lässt, kann man entweder dämpfen oder tilgen. Bei einer exakt bekannten Frequenz
ist Tilgung die effektivere Lösung, bei unbekannter oder schwankender Frequenz lassen sich durch Dämpfung
bessere Ergebnisse erzielen.
Technologie
In der Baugruppe Bremse ist kein Platz für mechanische Dämpfer oder Tilger. Daher werden im Rahmen dieser
Arbeit elektrische Schwingkreise verwendet, in denen die Schwingungsenergie aus dem mechanischen System dissipiert
wird. Als Energiewandler zwischen dem mechanischen und dem elektrischen System wird ein Piezoelement verwendet. Das
Piezoelement ist im mechanischen System eine Feder sehr hoher Steifigkeit und damit gut geeignet für die
Handhabung hoher Frequenzen. Durch Kompression entsteht eine Spannung auf den Oberflächen.
Inhalte
In dieser Arbeit werden die Grundlagen für die Anwendung eines Piezoelements mit Netzwerk für die
Schwingungsdämpfung beschrieben.
Es werden analytische Modelle vorgestellt, die die Grundlage für die Simulation des schwingfähigen Systems und
die Auslegung eines Dämpfungssystems in der Anwendung Bremse darstellen. Das Systemverhalten wird analytisch simuliert.
Dabei werden verschiedene Optimierungsansätze untersucht. Ein hervorzuhebender Ansatz ist die Verwendung mehrerer
Piezoelemente mit Netzwerken, die jeweils verschiedene Eigenfrequenzen aufweisen. Dabei entspricht jede Eigenfrequenz einer
Tilgungsfrequenz. Auf diese Weise lässt sich künstlich ein verbreitertes Dämpfungsspektrum erzeugen.
Es wird ein Versuchsstand zur Verifikation der verwendeten Modelle konstruiert. Die Versuchsergebnisse zeigen eine
sehr gute Übereinstimmung mit den Simulationsergebnissen.
Heutiger Stand der Forschung
Auf dem Bremsenprüfstand werden Piezoelemente in der Anwendung untersucht. Im Rahmen der Versuche ist es
möglich, die Bremse durch gezieltes Steuern der Rotationsgeschwindigkeit des Rades und der Bremskraft zum
Quietschen zu bringen. Dieses Quietschen lässt sich durch Ein- und Ausschalten des am Piezoelement angebrachten
elektrischen Netzwerks für beliebige Zeiträume erfolgreich eliminieren.
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