|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
B.Eng. Maik Mittelstädt
Technische Fachhochschule Berlin
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Tilman Schlenzka (TFH)
In Zeiten hoher Kraftstoffpreise aufgrund knapper werdender Ressourcen sowie der Notwendigkeit zur
Verringerung des CO2-Ausstoßes wird die Automobilindustrie vor neue Herausforderungen gestellt.
Gleichzeitig erhebt der Kunde immer höhere Ansprüche hinsichtlich Fahrleistung und Komfort.
Zukünftige Getriebesysteme können einen wesentlichen Beitrag zur Verbrauchs- und
Emissionsreduktion leisten. Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein 8-Gang Hybrid-Automatikgetriebe für
die Frontqueranwendung ausgelegt und konstruiert, das aufgrund der innovativen Getriebestruktur in
Verbindung mit dem Hybridkonzept den zukünftigen Anforderungen gerecht wird.
Ausgangsbasis der Konstruktion bildet die Getriebestruktur für ein 8-Gang Automatikgetriebe in
Planetenbauweise. Die Struktur zeichnet sich zum einen durch eine geringe Anzahl von
Bauelementen aus. So sind an der Umsetzung der 8 Gangstufen lediglich 6 Schaltelemente und 3
Planetenradsätze beteiligt. Zum anderen sind in jeder Gangstufe nur 3 Schaltelemente geöffnet.
Aufgrund der hohen Gangzahl konnte eine Spreizung von 6,84 realisiert werden, welche in
Verbindung mit den kleinen Gangsprüngen Vorteile hinsichtlich Verbrauch und Fahrleistungen
ermöglichen.
Neben dem weiten Übersetzungsbereich entstand durch die Integration einer elektrischen Maschine
weiteres Potential zur Verbrauchs- und Emissionsreduktion. Die permanenterregte Synchronmaschine
erreicht eine dauerhafte Leistung von 10,9 kW und ermöglicht somit die hybriden Funktionen Motor-
Start-Stop, Boost, Rekuperation sowie elektrisches Anfahren und Rangieren bis hin zum zeitweisen
rein elektrischen Fahren. Die Anbindung der E-Maschine erfolgte über einen Kettentrieb an der
Getriebeeingangswelle. Das damit umgesetzte parallele Hybridkonzept erlaubt eine Übersetzung
zwischen elektrischer Maschine und Getriebeeingang. Gegenüber einer koaxialen Anordnung kann
somit das elektrische Zugkraftangebot gesteigert werden, infolgedessen die hybridspezifischen
Potenziale besser ausgeschöpft werden können.
Trotz der erhöhten Funktionalität durch Hybridtechnik sowie den 8 Gangstufen konnte eine
Vergrößerung des axialen Bauraumbedarfs gegenüber aktuellen Konstruktionen vermieden werden.
Die bauraumneutrale Konstruktion wurde einerseits durch den Entfall des hydrodynamischen
Drehmomentwandlers möglich, andererseits konnte durch eine optimale Anordnung der Komponenten
eine kurze Bauweise gewährleistet werden. Dazu wurden mehrere Konzeptvarianten hinsichtlich
Package und Funktionalität untersucht und bewertet. Um den Bauraumbedarf realistisch beurteilen zu
können und die Funktionssicherheit zu gewährleisten, wurden alle relevanten Maschinenelemente
ausgelegt und darüber hinaus hinsichtlich Belastungen, Tragfähigkeit und Lebensdauer optimiert.
Mit zwei zusätzlichen Fahrstufen gegenüber den aktuell am Markt befindlichen Automatikgetrieben für
die Frontqueranwendung nimmt das in dieser Arbeit ausgelegte und konstruierte Getriebe eine
Alleinstellung ein. Die Möglichkeiten zur Verbrauchs- und Emissionsreduktion versprechen zudem ein
hohes Marktpotenzial.
< zurück
|
 |
 |
 |
 |
|