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Dr.-Ing. Thaddäus Olaf Delebinski
Fakultät für Maschinenbau der Universität Hannover
Zusammenfassung der Dissertation
Das Einspritzsystem stellt im direkteinspritzenden Dieselmotor das wichtigste Teilsystem
dar. Die Güte der Gemischbildung ist entscheidend für die Schadstoffbildung
und den spezifischen Kraftstoffverbrauch und damit auch für die innermotorische Reduzierung
dieser Größen. Das erzielbare Potential zur Beeinflussung der Emissionswerte
durch das Einspritzsystem und die Einspritzverlaufsformung hängt dabei von
den weiteren gewählten Brennverfahrensparametern ab.
Die am Markt befindlichen Einspritzsysteme weisen systemimmanente Vor- und
Nachteile auf. Während Speichereinspritzsysteme über eine hohe Flexibilität hinsichtlich
der Einspritzzeitpunkte und eines nahezu frei wählbaren Einspritzdrucks ohne
Abhängigkeit von der Motordrehzahl verfügen, weisen Systeme mit einspritzsynchroner
Druckerzeugung einen vorteilhaften Einspritzdruck- und damit Ratenverlauf auf,
der zu einem reduzierten Schadstoffausstoß führt. In der vorliegenden Arbeit kommt
ein Forschungseinspritzsystem zum Einsatz, welches die Vorteile der beiden genannten
Systeme miteinander kombiniert und ein Höchstmaß an Flexibilität der Einspritzparameter
bietet. Mit Hilfe dieses direkt betätigten Piezo-Einspritzsystems in
Verbindung mit der Druckmodulationseinheit Twin-CR wird das erzielbare Potential
zur innermotorischen Reduzierung der Ruß- und NOx-Emissionen sowie des spezifischen
Kraftstoffverbrauchs mittels der Einspritzverlaufsformung untersucht.
Die Untersuchungen erfolgen an einem Einzylinder-Forschungsmotor mit 2 l Hubvolumen
mit Vierventil-Zylinderkopf, der für das Einspritzsystem modifiziert wurde. Neben
der konventionellen Messtechnik einschließlich Zylinderduckindizierung kommt
eine integrale Lichtleitmesstechnik mittels optischer Brennraumsonde zum Einsatz,
mit deren Hilfe die Bestimmung der kurbelwinkelaufgelösten Rußtemperaturen und
-massen mit der Zwei-Farben-Methode möglich ist. Um eine Beurteilung des Emissionspotentials
für unterschiedliche Brennverfahren zu ermöglichen, werden zwei verschiedene
Muldenformen mit entsprechend angepassten Einspritzdüsen gleicher
hydraulischer Durchflüsse verwendet.
Ergänzt werden die Messungen durch hydraulische Untersuchungen an einem Einspritzverlaufsindikator
sowie durch optische Gemischbildungs- und Zündungsuntersuchungen
an einer schnellen Kompressionsmaschine. Als Referenz kommt ein
rechteckförmiger Einspritzverlauf zum Einsatz, der druckmodulierten rampenförmigen
Verläufen und einem boot-förmigen Verlauf gegenübergestellt wird. Zusätzlich wird
der Rechteckverlauf mit einer Voreinspritzung sowie der boot-förmige Verlauf mit
einer Nacheinspritzung kombiniert. Eine Voreinspritzung ermöglicht für frühe Einspritzzeitpunkte
der Haupteinspritzung ebenfalls die Reduktion des NOx-Ausstoßes,
allerdings auf einem immer noch hohen Niveau. An dieser Stelle steigen allerdings
die CO-Emissionen an. Der boot-förmige Verlauf zeigt das höchste Potential zur
Reduzierung der NOx-Emissionen bei konstantem spezifischem Brennstoffverbrauch.
Erzielt wird dies jedoch im vorliegenden Fall auf Kosten einer Verschlechterung der
Rußemissionen. Durch eine angelagerte Nacheinspritzung kann dieser Nachteil gemildert
werden. Potential zur gleichzeitigen Reduzierung von NOx und Ruß bei konstantem
spezifischen Brennstoffverbrauch zeigen die rampenförmigen Verläufe. Dabei
genügt eine sehr kurze Einspritzratenbegrenzung nur während der öffnungsphase
des Injektors, um eine signifikante Reduktion dieser beiden Komponenten zu erzielen.
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