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Dipl.-Ing. Florian Dost
Technische Universität Berlin
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. rer. nat. Volker Schindler
Zusammenfassung der Diplomarbeit
Mit den gesetzlich eingeführten Beimischungsquoten im Biokraftstoffquotengesetz ist in
Deutschland ein klar definierter Markt für Biokraftstoffe vorhanden, der keine steuerlichen
Subventionen benötigt. Damit werden die EU-Vorgaben zur Erhöhung des Anteils regenerativer
Kraftstoffe umgesetzt. Es stellt sich auf dem Diesel-Sektor die Frage, ob die aktuell in der Diskussion
befindlichen Hydrierten Pflanzenöle (HVO) besser geeignet sind diese Quoten zu erfüllen als der in
mittlerweile großen Produktionskapazitäten hergestellte Biodiesel
(RME).
Diese Arbeit führt erstmals einen umfassenden Vergleich der beiden technischen Verfahren
in Hinblick auf Primärenergieverbrauch und Emissionen verbunden mit einem Kostenvergleich durch.
Dabei werden auch Aspekte der Nutzung und mögliche Weiterentwicklungen vorgestellt. Zusätzliche
Relevanz erfährt die Arbeit durch die bisherige Vernachlässigung der HVO-Verfahren in der
Wissenschaft. Die Ergebnisse liefern aber auch Argumente in der politischen Diskussion über den
Umgang mit Kraftstoffen aus pflanzlichen Rohstoffen.
Mit Hilfe einer auf den Stoffströmen basierenden Bewertung der RME- und der HVOHerstellung
wird untersucht, ob HVO-Kraftstoffe energetisch günstiger sind und weniger Emissionen verursachen.
Es wird entlang der Produktionskette für Kraftstoffe, Bereitstellung-Konversion-Distribution-Nutzung,
vorgegangen. Kuppelprodukte sind nach Energiegehalt bewertet. Dazu kommt eine ebenfalls auf
Stoffströmen, aber auch auf Investitionen basierende Kostenbewertung. Das Kostenmodell ermöglicht
die Betrachtung vielfältiger Eventualitäten:
Sich verändernde Preise für Rohstoffe oder Kuppelprodukte und deren Auswirkung lassen sich
ebenso berücksichtigen wie sich verändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Durch den auf Stoffströmen basierenden Aufbau lassen sich selbst technische Verbesserungen
präzise abbilden.
Es zeigt sich, dass HVO-Verfahren bei gleichem Rohstoff (Rapsöl), zu gleichen Kosten einen
hochwertigeren Kraftstoff erzeugen können als RME-Anlagen. Dabei sind die Emissionen
vergleichbar, der Verbrauch von fossiler Primärenergie jedoch ca. 10%-16% geringer. Mit anderen
Rohstoffen wie z.B. Altfetten lassen sich gegenüber RME sogar Kosteneinsparungen von über 40%
erzielen. Die höhere Rohstoffflexibilität, und damit auch die Möglichkeit Abfall- und Rohstoffe zu
nutzen, welche nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen, kann den Kostenvorteil bei
zunehmend steigenden Preisen für Biomasse drastisch verbessern.
Eine von Mineralölen separate Hydrierung der Pflanzenöle ist dabei eher geeignet die Quotenziele
zu erfüllen als eine gemeinsame Hydrierung in bestehenden Raffinerieanlagen. Dies liegt daran, dass
bei letzterer der Anteil des maximal zumischbaren Rapsöls durch schlechte Kälteeigenschaften auf ca.
3% im Jahresdurchschnitt begrenzt ist. Diese Verfahrensoption erlaubt langfristig auch eine
Erweiterung mit BtL-Technologien, um aus jeder Art von Biomasse Kraftstoff herstellen zu können.
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