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Dr.-Ing. Hendrik Schröder
Technische Universität Braunschweig
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. H.-H. Harms, Prof. Dr.-Ing. Ulrich Seiffert
In Anbetracht knapper werdender fossiler Rohstoffe und des gemeinsamen Interesses der
Öffentlichkeit, der Fahrzeughersteller und der Politik an einer Reduzierung der durch Kraftfahrzeuge
verursachten CO2-Emissionen stellen Hybridfahrzeuge einen wichtigen Schritt bei der Elektrifizierung
von Antrieben im Sinne nachhaltiger Lösungen für den Mobilitätsbedarf der wachsenden
Weltbevölkerung dar.
Eine Ausprägung von Hybridantrieben sind leistungsverzweigte Getriebestrukturen. Verschiedene
OEMs, Zulieferunternehmen und Forschungseinrichtungen haben bereits entsprechende Beispiele
dieses Typs veröffentlicht. Jedoch wurde kein umfassender, systematischer Ansatz zur
Konzeptionierung gezeigt, aus dem je nach Einsatzfall die optimalen Konzepte hervorgehen.
Ein innovativer Ansatz hierfür soll in dieser Arbeit aufgezeigt werden. Dazu wird zunächst die große
potenzielle Konzeptvielfalt leistungsverzweigter Getriebe in einer Systematik erfasst und mögliche
Ausführungsformen der wesentlichen Elemente dieser Strukturen aufgeführt sowie deren
Eigenschaften und Vor- und Nachteile erläutert. Es werden zwei repräsentative Beispielanwendungen
dargestellt, die in Form eines gering und stark elektrifizierten Antriebs bzgl. der Technologie und des
sinnvollen Einsatzzeitpunktes unterschiedliche Anwendungsfälle leistungsverzweigter Getriebe
abdecken und anhand derer die Konzeptionierung veranschaulicht wird.
Im ersten Schritt der Konzeptfindungsmethode findet eine strukturierte Anforderungsklärung und die
Ableitung und Gewichtung von Bewertungskriterien in einem hierarchischen Zielsystem statt. Darauf
werden in einer erfinderischen Methode zur Getriebesynthese alle möglichen Ein- und
Zweimodusgetriebe mit geringstem Bauteileaufwand sowie eine Auswahl sinnvoller Konzepte mit drei
Betriebsmodi hergeleitet.
Aufbauend auf einem geschlossenen, alle Strukturen umfassenden Formelwerk werden Methoden
und Softwaretools zur Auslegung und Analyse der potenziellen Konzepte entwickelt. Damit erfolgt
eine generelle Untersuchung und Auswahl sinnvoller Getriebestrukturen und die Anwendung auf die
Beispielkonzepte. Durch eine Konkretisierung der aus der Vorauswahl hervorgegangenen Konzepte
sind die Anwendung eines Kostenmodells und die Betrachtung der Alternativen bezüglich
strategischer Kriterien möglich.
Mit einem neu entwickelten Bewertungs- und Auswahlverfahren werden die potenziell geeigneten
Konzepte anhand der Bewertungskriterien verglichen und deren Kosten-Nutzen-Verhältnis zur
Entscheidung für die jeweils bestgeeignete Getriebestruktur ermittelt.
Damit wird erstmalig eine systematische, ganzheitliche und umfassende Konzeptionierungsmethode
leistungsverzweigter Getriebestrukturen aufgezeigt, die es ermöglicht, über eine strukturierte
Anforderungsklärung, Synthese, Analyse und Bewertung potenzieller Konzepte die Optimallösung für
den jeweiligen Anwendungsfall zu finden.
Der Prüfungsausschuss bewertete diese Arbeit mit dem Prädikat „mit Auszeichnung bestanden”.
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