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Dr.-Ing. Thomas Christ
Technische Universität Berlin
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. rer. nat. Volker Schindler, Prof. Dr.-Ing. Hans-Christian Reuss
Zusamenfassung der Dissertation
Einführung
Die Rückgewinnung von Bremsenergie ist ein alter Traum der Fahrzeugentwickler. Die Ansätze zur
Wandlung und Speicherung der Bremsenergie reichen von Schwungrädern bis hin zu neuen elektrochemischen
Speichern. Die Integration dieser revolutionären Systeme stellt die Fahrzeugentwickler
vor große technische und betriebswirtschaftliche Herausforderungen.
Lange Zeit übersehen wurde die Möglichkeit zur Bremsenergierückgewinnung unter Zuhilfenahme der
heute im Fahrzeug integrierten Klauenpolgeneratoren und Blei-Säure-Batterien. Schwächstes Glied
des elektrischen Energiebordnetzes ist die Batterie. Sie kann nur sehr begrenzt Energiemengen
aufnehmen und wieder abgeben.
Neue Batteriesensoren können den Ladezustand der Batterie bestimmen und bilden damit die Basis
für ein elektrisches Energiemanagement. Zyklenfeste Blei-Säure-Batterietechnologien erlauben heute
höhere Energiedurchsätze. Als weiterer Energiespeicher ist wegen der Zyklenfestigkeit,
Leistungsdichte und zu erwartendenHerstellungskosten der Doppelschichtkondensator zur
Speicherung der Bremsenergie in der Entwicklung.
Inhalt der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zeigt neue, evolutionäre Wege zur Rückgewinnung von Bremsenergie im
Kraftfahrzeug auf. Die Arbeit beantwortet die Frage, wie viel Kraftstoff sich innerhalb der heutigen und
zukünftigen elektrischen Bordnetze einsparen lässt. Fünf Bordnetztopologien zur Integration von
Batterie und Doppelschichtkondensator werden vorgeschlagen und untersucht.
Wissenschaftliche Methode
Ein Simulationstool zur Ermittlung von Kraftstoffverbrauch wurde aufgebaut. Zur Modellbeschreibung
wurde die objekt-orientierte Simulationssprache Modelica eingesetzt. Die Simulationsmodelle wurden
durch Rollenprüfstandsmessungen mit Versuchsfahrzeugen validiert. Da die
Kraftstoffverbrauchseinsparungen im unteren einstelligen Prozentbereich liegen, ist die Simulation die
einzige Möglichkeit vergleichende Betrachtungen der untersuchten Bordnetztopologien anzustellen.
Die Simulation erlaubt ein virtuelles Ausrollen der Kraftstoffverbrauchsmaßnahme über die gesamte
Fahrzeugflotte eines Herstellers. Somit kann eine optimale Bordnetztopologie für die jeweilige
Fahrzeugklasse ausgewählt werden.
Nutzen für Umwelt und Unternehmen
Die ermittelten Einsparpotenziale der untersuchten "Topologie 1", das heutige Energiebordnetz, haben
zu einer beschleunigten Markteinführung geführt. Bereits zum Modelljahr 2008 wird dieses System in
der gesamten BMW Flotte eingesetzt und bildet einen Grundstein der Strategie zur effizienten
Dynamik. Bordnetztopologien mit Doppelschichtkondensatoren (Topologien 2-5) werden gegen Ende
des Jahrzehnts Einführung in die Serienproduktion von Fahrzeugen finden und können bis zu 2 %
Kraftstoff einsparen.
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